(...) Denn das ist schon etwas, der junge Mann, Alexander v. Humboldt (Die Red.), der später einer der wesentlichen Köpfe seiner Zeit sein wird, umringt, ummauert von Preußens provinziellem Muff, von gesellschaftlicher Ignoranz auf der Suche nach einer neuen Welt, kämpfend um einen Aufbruch in des Wortes vielfachem Sinne. Und: Die Begegnung mit einer anders gearteten Kultur, der produktive Verlust eurozentristischer Borniertheit, die Begegnung mit dem Anderen. Aber das ist zugleich die Crux des Filmes. (...)
Die Konfrontation mit der anderen Kultur - sie wird zum zelebrierten Schlüssel-Erlebnis des Intellektuellen, ein ans Kultische grenzender Vorgang. So zerfasert der Film, so verschwimmt der Erzähl-Grund im Nebel des Chimborazo, so hat er nur noch mit einer allgemeinen Idee zu tun: Und allgemeine Ideen stiften selten gute Filme.
Henryk Goldberg, Filmspiegel
Ein Musterfall von deutschem Bildungs-Flop: (...)
Ponki, AZ
Im Jahre 1802 brechen von der nahe Quito (Ecuador) gelegenen Hazienda des Marqués de Selva Alegre drei Männer auf, den damals als höchsten Berg der Welt geltenden Chimborazo zu ersteigen: der Naturforscher Alexander von Humboldt, der Franzose Aimé Bonpland und der einheimische Aristokrat Carlos Montúfar. Trotz größter Strapazen und Gefahren untersucht, mißt und registriert Humboldt alles, was er wahrnimmt: Pflanzen, Tiere, Erde, Gestein, Wasser und Luft. Die Expedition führt sie durch die am Fuße des Berges gelegenen Indiodörfer, in denen sie übernachten. Humboldt begegnet der fremden Kultur mit Interesse und vorurteilsfreier Aufgeschlossenheit. Auf dem Weg erinnert er sich der Schwierigkeiten bei der Vorbereitung der Expedition, an die Kleingeistigkeit in Deutschland. Die Männer kämpfen verbissen gegen Schnee, Kälte, Orientierungslosigkeit und dünne Höhenluft und gelangen schließlich in Regionen, die noch nie ein Mensch betreten hat. Den Gipfel erreichen sie nicht, aber eine Höhe von 5540 Metern, mehr als Humboldt gehofft hatte.
Henschel - Das zweite Leben der Filmstadt Babelsberg.
(movieline.de)
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